Sie lieben frisch gebackenes Brot, aber es will Ihnen einfach nie perfekt gelingen? Mal zerläuft der Teig, mal ist die Kruste unterirdisch, mal das Innere nicht ordentlich durchgebacken? Dann haben wir jetzt einen tollen Vorschlag für Sie: Versuchen Sie doch mal das Brot Backen im Topf! Wir verraten Ihnen, warum, worauf es zu achten gilt und wie das Vorhaben gelingt. Lesen Sie hier weiter!

Warum Brot Backen im Topf?

Haben Sie schon einmal einen echten Bäckerofen gesehen? Diese sind im Vergleich zu unseren heimischen Küchenöfen deutlich flacher und kompakter. Der Grund dafür ist der, dass ein Teig vor allem eins braucht, um ein schönes Brot zu werden: gleichmäßige Hitze! Backöfen in privaten Küchen sind im Vergleich viel höher – sie sollen ja auch unterschiedliche Gerichte garen können. Außerdem haben viele Geräte die unschöne Angewohnheit, die Temperatur nicht gleichmäßig zu halten und/oder bei eingestellten 230°C in Wahrheit nur 210°C zu produzieren.

Das Ergebnis: Ein Teig in diesen Öfen bekommt tendenziell nicht von allen Seiten dauerhaft gleichmäßige Hitze. Darum geht er nicht so schön auf, bäckt nicht ordentlich durch oder entwickelt keine schönen Krumen und Krusten. Anders in einem Topf. Denn dieser ist eine Art Mini-Ofen im echten Ofen. Er speichert die Wärme und gibt sie beständig rundherum wieder ab. Keine unangenehmen Temperaturschwankungen mehr, keine einseitige Hitzeeinwirkungen, sondern eine wohlig-warme Höhle, in der der Brotteig sich genüßlich entwickeln kann.

Vorteile des Brot Backens im Topf

Wir sagten es ja bereits: Viele Brote gewinnen beim Backen im Topf an Qualität. Doch was bedeutet das en Detail? Und bringt das Backen im Topf noch weitere Vorteile mit sich?

  • Weniger Aufwand: Das Brot Backen im Topf basiert meist auf sehr einfachen Rezepten. Dadurch sparen Sie sich umständliche Arbeitsschritte, exotische Zutaten und auch einiges an Abwasch.
  • Automatisches Beschwaden: Beim Backen entsteht Wasserdampf, welcher aber wegen des Deckels nicht sofort entweichen kann. Dadurch bleibt er im Topf und befeuchtet das Brot. Kein Austrocknen mehr!
  • Gleichmäßiges Backen: Der Topf ist rundherum heiß und backt den Teig darum von allen Seiten gleichmäßig durch. Das Ergebnis ist ein wunderbar aufgegangener Teig, eine herrliche Krume und eine besonders knusprige Kruste, während das Innere saftig bleibt.

Besonders gut geeignet ist übrigens das Brot Backen im Topf für glutenfreie Rezepte! Diese generieren häufig deutlich sensiblere Teige. Sie laufen beispielsweise gern breit, da die Konsistenz eher weich ist. Der Topf fungiert als Ofen und Brotbackform gleichermaßen und stützt und bäckt das Ganze darum perfekt.

Auf einer offenen Feuerstelle stehen zwei Edelstahltöpfe, in einem bäckt ein Brot

Foto: © LUM3N, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: pixabay.com

Gibt es Nachteile beim Topf-Brot?

Ob es nun ein richtiger Nachteil ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Aber viele Rezepte zum Brot Backen im Topf erfordern einiges an Geduld. Manche Teige müssen bis zu 24 Stunden gehen, bevor man sie backen kann. Außerdem ist auch die Gefahr des sich Verbrennens hier recht hoch, da die Töpfe bei großer Hitze in den Ofen kommen müssen, damit der Effekt gelingt.

Und Apropos Topf, Hitze und Ofen – natürlich braucht es auch das geeignete Gefäß für dieses Projekt. Wer noch kein hochwertiges, hitzebeständiges Kochgeschirr sein Eigen nennt, könnte hier also u.U. zunächst etwas Geld in die Hand nehmen müssen. Doch das Schöne daran ist ja, dass ein solcher Topf nicht nur zum Brotbacken nützlich sein wird.

Welcher Topf eignet sich zum Brot Backen?

Im Prinzip kann man zunächst mit jedem ofenfesten Gefäß arbeiten. Wichtig ist, dass es sehr hohe Temperaturen aushält, keine Plastikteile, Dichtungen etc. besitzt und dafür einen möglichst dicht schließenden Deckel hat. Wer also nur eine Auflaufform aus Glas oder einen stabilen Edelstahltopf sein Eigen nennt, kann damit erste Versuche starten. Allerdings leitet Glas die Wärme nicht so gut und das dünnwandige Material beim Stahltopf speichert die Hitze nicht ganz so lange. Darum werden die Ergebnisse hier vielleicht nicht ganz so begeisternd.

Am idealsten sind wohl gusseiserne Töpfe. Hier stimmen die Voraussetzungen: Das dickwandige Material ist bekannt dafür, Hitze dauerhaft speichern zu können. Der Deckel sollte ebenfalls aus diesem Stoff bestehen, um den Effekt zu perfektionieren. Alternativ können Sie auch zum leichteren Aluguss greifen. Dieser hat ähnliche Eigenschaften, wenn auch nicht ganz so gut.

Ein Römertopf ist ebenfalls möglich. Allerdings sind die klassischen Modelle aus Ton nicht dauerhaft für diese Strapazen gemacht und gehen darum u.U. schneller kaputt. Es gibt inzwischen aber auch feuerfeste Römertöpfe, mit denen z.B. auch gegrillt werden kann. Wer in ein solches Stück investiert, kann es ebenfalls zum Brot Backen nutzen.

Die wichtigstens Infos zusammengefasst:

  • Der perfekte Topf zum Backen sollte Temperaturen bis zu 250°C aushalten.
  • Herstellerangaben beachten (z.B. in Bedienungsanleitung oder auf dem Topfboden)!
  • Die richtige Topfgröße zu wählen, ist wichtig, damit der Ofeneffekt gelingt.
  • Zwischen 24-26 cm Durchmesser sind ideal für Brote mit 700 – 1.400 g.

Wie also ein Brot im Topf backen?

Das Geniale am Brot Backen im Topf ist wohl, dass die Umsetzung eigentlich sehr einfach ist. Es braucht kaum große Handwerkskunst und muss auch nicht viel beachtet werden. Probieren Sie es selbst aus – mit diesem Rezept! Viele dieser Backzutaten führen wir übrigens auch in unserem Online-Shop.

Zutaten für ein Topf-Brot

Im Prinzip brauchen Sie für ein solches Brot nur Mehl, Wasser, etwas Salz für den Geschmack und etwas Hefe zum Aufgehen. Doch natürlich können Sie auch Sauerteigbrote im Topf backen. Oder Sie verfeinern Ihre Gebäcke mit Nüssen, Kernen oder Körner. Sollen diese mit in den Teig, sollten Sie sie vorab aber einige Stunden in etwa der gleichen Menge Wasser einweichen und quellen lassen.

Diese Zutaten brauchen Sie:

  • 600 g Mehl (z.B. Weizen, Dinkel)
  • 470 ml lauwarmes Wasser
  • 1 ½ TL Salz
  • 1 Pck. Trockenhefe oder ½ Würfel Frischhefe
  • optional Nüsse, Kerne, Körner für den Teig (ca. ½ Hand voll)
  • optional Dekoration wie z.B. Sesamkörner (ca. 1 TL)
  • etwas Öl (z.B. Sonnenblumenöl)
Auf einem runden Holztisch stehen zwei gebackene Brote, eins in einer Kuchenform, eins in einem Topf.

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Die Zubereitung eines Topf-Brotes

Das Wichtigste bei dieser Art des Brotbackens ist Geduld. Die Arbeitsschritte an sich sind sehr unkompliziert. Es braucht aber einiges an Wartezeit zwischendurch. Perfekt also, wenn Sie einen gemütlichen Tag zu Hause verbringen wollen. Los geht’s!

  1. Lösen Sie die Hefe im lauwarmen Wasser auf und stellen die Mischung für ca. 10 Minuten bei Seite.
  2. Vermengen Sie das Mehl und Salz derweil in einer großen Schüssel. Gießen Sie dann das Wasser mit der Hefe hinein. Falls Sie Körner oder ähnliches hinzugeben wollen, lassen Sie sie vorher kurz abtropfen.
  3. Kneten Sie dann einen Teig, bis sich alle Zutaten grob miteinander verbunden haben. Der Teig beginnt sich dann langsam von der Schüssel zu lösen.
  4. Decken Sie die Schüssel zu und lassen den Teig 1,5 bis 2 Stunden gehen.
  5. Nach dieser Zeit können Sie mit den Fingern oder einem Teigspachtel den aufgegangenen Teig vorsichtig von den Schüsselrändern herunterschieben und ihn einige Male einklappen (also die Ränder in die Mitte des Teiges falten).
  6. Danach wieder die Schüssel abdecken und weitere 1,5 Stunden gehen lassen.
  7. Nehmen Sie nun den Teig aus der Schüssel und formen Sie ihn auf einer bemehlten Arbeitsfläche vorsichtig zu einer Kugel.
  8. Geben Sie etwas Öl in eine neue Schüssel und legen den Teig in diese. Sie können Ihre Fingerspitzen mit etwas Öl benetzen und die Teigkugel damit noch sanft einstreichen.
  9. Dann ein letztes Mal die Schüssel abdecken und für 1 Stunde gehen lassen.
  10. Lassen Sie jetzt gleichzeitig Ihren Topf samt Deckel im Ofen bei ca 230-250°C für 30-60 Minuten aufheizen.
  11. Schneiden Sie etwas Backpapier so zu, dass es ein wenig größer als Ihr Topfboden ist. Geben Sie dann die fertig gegangene Teigkugel ganz vorsichtig auf das Backpapier.
  12. Heben Sie nun den Teig mit dem Backpapier sanft in den Topf. Vorsicht: Heiß!
  13. Schneiden Sie den Teig anschließend einfach längs oder gekreuzt mit einem scharfen Messer ein und bestreuen ihn, wenn Sie mögen, mit z.B. Sesamkörner.
  14. Backen Sie Ihr Brot nun mit geschlossenem Deckel für ca. 30-40 Minuten.
  15. Entfernen Sie dann den Deckel und backen Ihr Brot für 15-20 Minuten weiter.

Fertig ist Ihr Topf-Brot!

Wichtig ist, dass Sie sich wirklich gedulden und während des Backens nicht zwischendurch den Deckel lüften. Dadurch stören Sie das Mikro-Klima und zerstören den Ofen-Effekt des Topfs. Ist es fertig, stürzen Sie Ihr Backwerk vorsichtig aus dem Topf auf z.B. ein Rost und lassen es gut auskühlen. Dann werden Sie beim Anschneiden begeistert sein von der knusprigen Kruste und dem herrlich saftigen Inneren. Probieren Sie es selbst aus!

Quellen
www.smarticular.net/brot-im-topf-backen-anleitung-und-rezept-genial-einfach/
www.ploetzblog.de/…/wie-baeckst-du-brot-im-gusseisentopf/
www.kochtrotz.de/brot-und-broetchen-im-topf-backen-welche-toepfe-und-braeter/
www.mannbackt.de/…/brotbacken-im-topf-11900/
www.youtube.com/watch?v=TrseKcpTwvg
www.simply-yummy.de/…/supereinfaches-topfbrot