Der süße Heißhunger kommt auf leisen Sohlen. Er pirscht sich an seine ahnungslosen Opfer an und überfällt sie gnadenlos. Das Ergebnis: Wieder eine Schokoladentafel aufgegessen, wieder reichlich in die Chipstüte gelangt und wieder zum vermeintlich gesunden Müsli-Riegel gegriffen, der in Wahrheit aber meist eine echte Zuckerbombe ist. Die Alternative dazu sind Energy Balls. Wir stellen Ihnen diese kleinen Kraftpakete vor und verraten Ihnen, wie Sie sie selbst zubereiten können.

Was können Energy Balls, was andere Snacks nicht können?

Seit einigen Jahren schon kommt man um diese kleinen Teile nicht mehr herum: Energy Balls, auch Energiebällchen, Proteinkugeln, Raw Bites oder – ganz klassisch – Stillkugeln genannt. Optisch gleichen Sie kleinen Schokoladen-Trüffeln. In Wahrheit sind diese aber meist kohlenhydratarm, zuckerfrei und vegan. Dafür enthalten Sie viele Mikronährstoffe, gesunde Fette und häufig auch große Mengen Eiweiß.

Grund dafür sind die ausgewählten Zutaten. Eine Mischung aus Nüssen, Trockenobst und sogenanntem Superfood ist hier der Clou. Daraus entstehen kleine Pralinés, die verführerisch mit einem Haps im Mund sind und eine große Wirkung entfalten. Denn den Namen Energy Balls tragen sie nicht umsonst: Die Häppchen sind je nach Zutatenliste sehr sättigend und vor allem reich an Energie. Damit sind sie die idealen Zwischenmahlzeiten.

Für wen eignen sich Energy Balls?

Insbesondere als Stillkugeln kennen viele dieses Prinzip bereits. Frischgebackene Mamas haben häufig keine Zeit zum Kochen, oft nicht einmal um etwas zu essen. Darum behelfen sich viele Mütter mit den kleinen Proteinkugeln, die in geballter Form wichtige Energie und Nährstoffe liefern. Damit werden die ersten besonders anstrengenden Wochen überbrückt, bis sich langsam ein neuer, geregelter Tagesablauf wieder einstellt.

Doch auch nach dieser Phase finden sich garantiert Abnehmer für die Energiebällchen. So haben viele Sportler die Vorzüge der kleinen Kugeln erkannt und greifen besonders gern zu eiweißhaltigen Varianten. Aber auch Kinder mögen die Leckereien und Eltern können sie ihnen relativ sorglos zum Naschen geben. Immerhin sind die Zutaten deutlich hochwertiger, als in konventionellen Süßigkeiten. Und ebenfalls im Büro, im Urlaub oder als kleiner Snack auf der Couch munden die Energy Balls sehr gut.

Worauf unbedingt achten?

Bisher klang es ja so, als seien die Proteinbällchen die perfekte Süßigkeit. Doch wie immer in der Welt ist nichts wirklich makellos. Und so wollen wir auch hier die Nachteile der Häppchen kurz mit erwähnen. Denn was erst so fabelhaft klingt – reich an Energie – kann sich auch ins Negative kehren. Bei diesen Snacks sollte man also ebenfalls wieder genau auf die Menge achten!

Schwangeren bzw. stillenden Müttern wird meist empfohlen, dass sie am Tag – je nach Kugelgröße – 2 bis 3 Stück zu sich nehmen sollten. Daran wird schon deutlich, wie kalorienreich die kleinen Bällchen eigentlich sind. Entsprechend umsichtig sollte man auch als normaler Erwachsener mit ihnen umgehen. Eine komplette Ernährung nur durch diese Kugeln sollte zudem nur eine Übergangslösung darstellen.

Das Gute ist, dass man meist ohnehin schon nach ein oder zwei Kugeln so gut den Heißhunger gesättigt hat, dass es kein großes Problem mehr darstellt, mit dem Essen aufzuhören. Ein weiterer Tipp: Zerkleinern Sie die Kugeln einfach direkt, sodass Sie viel öfter zugreifen können und länger das Gefühl des Naschens haben.

So stellen Sie Ihre Energy Balls her

Das Schönste an der Energiebällchen ist, dass sie so wunderbar einfach in der Zubereitung sind. Die Rezepturen gleichen sich in diesem Punkt so sehr, dass ein Spielen mit den eigentlichen Zutaten gar kein Problem darstellt. Wir wollen Ihnen hier die wichtigstens Arbeitsschritte kurz vorstellen.

1. Vorbereitung der Masse

Die meisten Rezepturen arbeiten mit einer Mischung aus Nüssen und Trockenfrüchten. Diese müssen sehr stark zerkleinert werden, damit sich daraus später eine klebrige Masse entwickelt. Dazu kann es sich empfehlen die Nüsse und evtl auch die getrockneten Früchte vorab in Wasser einzuweichen. So muss der Mixer bzw. die Küchenmaschine – der Besitz eines solchen Gerätes ist für diese Rezepte sehr ratsam – nicht zu schwer arbeiten.

Nach den Früchten und Nüssen kommen auch noch die restlichen Zutaten dazu. Sie werden ebenfalls mit vermengt. Es sollte sich eine leicht klebrige, homogene Masse bilden, dann ist der Teig fertig. Falls die Konsistenz noch zu weich ist, können Sie zarte Haferflocken hineinkneten. Ist hingegen der Teig zu hart, kann er mit etwas frischem Fruchtsaft, Agavendicksaft, Reissirup oder Honig wieder geschmeidiger gemacht werden.

2. Die Bällchen formen

Der nächste Schritt wird am besten mit feuchten Händen durchgeführt. Nehmen Sie sich ein kleines Häufchen der Masse und formen Sie es dann zwischen Ihren Handflächen zu einem kleinen Kügelchen. Den Durchmesser können Sie frei nach Belieben wählen, wir empfehlen um die 2 cm. Im Anschluss daran können Sie die Energy Balls entweder so, wie sie sind, auf etwas Backpapier legen oder sie vorab noch in etwas Topping wälzen.

Hinter dem Begriff Topping verbergen sich übrigens verschiedene Samen, Pulver oder Flocken. Diese bringen zum einen noch zusätzlichen Geschmack hinein, zum anderen häufig auch noch weitere wertvolle Nährstoffe. Außerdem machen sie die Kugeln weniger klebrig, sodass die Finger beim Naschen nicht ständig gewaschen werden müssen. Ideen für solche Toppings sind:

  • gehackte Nüsse
  • Kokosflocken
  • Kakaopulver oder Kakao-Nibs
  • Chia-Samen
  • Sesamkörner
  • Acai
  • Spirulina
  • Matcha

3. Lagerung der Kugeln

Die Bällchen müssen danach weder gebacken, noch gekocht werden. Man lässt sie meist einfach nur ein wenig trocknen. Einige Rezepturen geben auch an, dass sie zunächst 30 Minuten im Kühlschrank liegen sollen. Danach sind Sie verzehrfertig.

Am besten bewahrt man sie in einem luftdichten Gefäß auf. Im Kühlschrank können sie sich mindestens 7-10 Tage halten. Viele Sorten überschreiten diese Angabe aber weit und können auch noch nach 2-3 Monaten ganz sorglos genossen werden. Hier ist entscheidend, welche Zutaten verwendet wurden. Butter ist längst nicht so lange haltbar, hingegen sind Kugeln mit Kokosöl auch nach vielen Wochen noch lecker.

Wer eine große Menge zubereitet hat, kann diese übrigens auch einfrieren. Oder man verschenkt die Bällchen einfach an Freunde. Gerade frisch gebackene Eltern sind sicherlich dankbar für diese tolle Aufmerksamkeit!

In einer roten Schüssel liegen viele kleine Energy Balls.

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5 leckere Ideen für Energy Balls

Nachdem wir die Art der Zubereitung erklärt haben, wollen wir Ihnen nun noch einige Anregungen mit auf den Weg geben, wie Rezepturen für die Energiekugeln aussehen könnten. Generell wird immer gesagt, dass Trockenfrüchte zu Nüssen im Verhältnis von 3:2 stehen sollten. Aber nichts ist hier in Stein gemeißelt. Sie können alle Zutaten ganz nach Belieben austauschen oder auch ergänzen.

Wird in einem Rezept beispielsweise als Süßmittel Honig angegeben, können Sie auch zu den veganen Alternativen Reissirup oder Agavendicksaft greifen. Sieht ein anderes Rezept vielleicht Ingwer vor und Sie mögen die Wurzel einfach nicht, können Sie auch Bio-Zitronen nutzen, um eine ähnliche zitrische Note in Ihre Kugeln zu bringen. Probieren Sie sich einfach aus! Unser Tipp ist aber, dass Sie möglichst Bio-Zutaten nutzen denn bei diesen können Sie auch unbedenklich die Schale mit verarbeiten.

1. Energy Balls für Sportler

Bei dieser Idee wird vor allem auf Eiweiß aus den Cashews gesetzt. Hinzu kommen Lieferanten von wertvollen Nährstoffen wie z.B. die Hanfsamen.

  • 100g getrocknete Datteln
  • 50g getrocknete Aprikosen
  • 80g Cashews
  • 20g Hanfsamen
  • 1 TL Hanfprotein-Pulver
  • 1 EL Blütenpollen

2. Energy Balls für Detox-Fans

Im Laufe des Lebens nimmt man häufig unbemerkt viele Gift- und Schadstoffe auf. Diese können sich im Körper ablagern und dort Unruhe stiften. Spirulina ist eine Alge, welche beim Entgiften unterstützen kann.

  • 150g Datteln
  • 70g Mandeln
  • 1 EL Chia-Samen
  • 1/2 TL Spirulina-Pulver
Auf einem hellen Untergrund liegt ein blau-weiß karriertes Geschirrtuch. Auf diesem steht ein kleiner weißer Teller mit Energy Balls zu einer Pyramide aufgestapelt.

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3. Energy Balls mal herzhaft

Immer nur Süß schmeckt Ihnen nicht? Kein Problem! Denn Energy Balls lassen sich auch prima herzhaft zubereiten. Hier ersetzen Sie die Nüsse am besten durch verschiedene Körner und Samen und arbeiten mit Kräutern und Gewürzen.

  • 70g getrocknete Datteln
  • 30g getrocknete Cranberries
  • 50g Sonnenblumenkerne
  • 50g Kürbiskerne
  • 1/2 TL Kurkuma-Pulver
  • 1 Prise feines Himalaya-Salz

4. Energy Balls als Frühstück-to-Go

Morgens ist die Zeit bei Ihnen immer besonders knapp bemessen? Fällt das Frühstück dann häufig hinten runter? Mit Energy Balls können Sie Ihre wichtigste Mahlzeit am Tag auch ganz einfach mitnehmen.

  • 80g Haferflocken (glutenfrei)
  • 50g Kürbiskerne
  • 50g getrocknete Sauerkirschen
  • 50g Kakaonibs
  • 50g Cachewmus
  • 1 TL Ceylon Zimt Pulver

5. Energy Balls für stillende Mamas

Viel Energie und viele Nährstoffe – das zeichnet die prototypische Stillkugel aus. Darum enthalten diese häufig auch Getreide. Zudem sollen Kümmel, Fenchel und Anis milchfördernd sein.

  • 100g Haferflocken (grob)
  • 30g Kokosraspeln
  • 30g gemahlene Leinsamen
  • 1 EL Chia-Samen
  • 5 getrocknete Datteln
  • 3 getrocknete Feigen
  • 30g gemahlene Cashewkerne
  • 100g Erdnuss-, Mandel- oder Sesammus
  • 2 EL getrocknete Cranberrys
  • bis zu 3 EL Ahornsirup
  • nach Geschmack Kümmel, Fenchel, Anis

Quellen
www.swissmom.ch/…/stillkugeln/
www.naturkindmagazin.de/stillkugeln-selber-machen/
www.wikipedia.org/wiki/Energieb%C3%A4llchen
www.tegut.com/…/energie-kugeln-powerballs.html
www.tanja-franz.de/…/energiekugeln/
www.terraelements.de/…/15-Rezepte-fuer-leckere-Energy-Balls/
www.zartbitter-und-zuckersuess.de/energy-balls-kleine-wunderkugeln/