Es ist herrlich bunt, verlockend lecker und gehört einfach zu Weihnachten dazu: das Pfefferkuchenhaus. Doch warum baut man es eigentlich zum heiligen Fest? Und wie funktioniert das Basteln am besten? Wir erklären Ihnen das Wichtigste zur Geschichte und verraten Ihnen noch unser Rezept samt Bauanleitung und Deko-Ideen. Lesen Sie hier weiter!

Wo kommt das Pfefferkuchenhaus her?

Während die Pfefferkuchen schon seit mindestens dem 13. Jahrhundert belegt sind, stammt das Lebkuchenhaus an sich wohl aus dem Grimmschen Märchen von Hänsel und Gretel. Hier finden die Kinder ein solches im Wald und naschen davon. Die in dem Pfefferkuchenhäuschen wohnende Hexe hat böse Absichten und lockt die Geschwister daraufhin ins Innere. Wie die Geschichte ausgeht, wissen wir wohl alle. Doch so ein essbares Haus aus Süßigkeiten klingt einfach wunderbar.

Das dachten sich auch die Leser und so ist daraus wohl der Brauch entstanden, eine Miniaturausgabe selbst zu bauen. Da Lebkuchen traditionell vor allem in der Weihnachtszeit gebacken und gegessen werden und auch das Märchen mit der Adventszeit verknüpft ist, blieb das Pfefferkuchenhaus ein Brauch dieser Tage. Dieser wird übrigens nicht nur in Deutschland, sondern auch z.B. in Osteuropa, Skandinavien und dem englischen Sprachraum durchgeführt. Ein solches zu basteln ist zudem wirklich kein Hexenwerk. Wir verraten im nächsten Schritt, wie es geht.

Ein Lebkuchenhaus backen – unsere Rezeptideen

Lebkuchen werden auch Pfefferkuchen oder Honigkuchen genannt. Diese Namen weisen alle auf besondere Eigenschaften der als Dauerbackwaren eingestuften Leckereien hin: Sie haben einen besonders hohen Anteil an Süße, sind kräftig gewürzt und besonders lange haltbar. Dadurch eignen sie sich wunderbar als Ausgangsmaterial für unser süßes Bauvorhaben. Doch lesen Sie jetzt, wie Sie die Bestandteile des Pfefferkuchenhauses herstellen.

Zutaten fürs Pfefferkuchenhaus

Zunächst einmal müssen Sie einen Teig herstellen. Dieser kann ganz traditionell sein oder auch z.B. vegan oder glutenfrei. Die jeweiligen Optionen stehen immer gleich dahinter in unserer Zutatenliste für den Teig:

  • 250 g Honig (vegan: Rübenzuckersirup)
  • 150 g Butter (vegan: Pflanzenmargarine)
  • 250 g brauner Rohrohrzucker
  • 200 g gemahlene Mandeln
  • 400 g Dinkelmehl (glutenfrei: komplett gemahlene Mandeln oder glutenfreie Mehlmischung)
  • 1 Ei (vegan: weggelassen oder Ei-Ersatzpulver nutzen)
  • 1 unbehandelten Zitrone
  • 1 EL Kakao
  • 1 TL Ingwer
  • 1/2 TL Pfeffer
  • 2 TL Zimt
  • 1 Pr Salz
  • 3 Nelken
  • 1 Pr Kardamom
  • 1 Pr Muskatnuss

Doch der Teig allein macht noch kein Lebkuchenhaus. Ebenfalls sehr wichtig ist der Zuckerguss. Er dient als Klebstoff und darf darum auch nicht zu flüssig sein. Hierfür brauchen Sie:

  • 250 g Puderzucker
  • 1 Eiweiß (vegan: einfach Wasser benutzen)
  • Saft 1 Zitrone
  • ggf. Lebensmittelfarbe

Und schließlich ist es kein ordentliches Pfefferkuchenhaus, wenn es nicht verziert wird. Dazu können Sie nutzen, was Ihnen schmeckt. Hier haben wir ein paar Dekorationsvorschläge für Sie:

  • Schokolinsen
  • Fruchtgummis
  • Fondantringe
  • Liebesperlen
  • kleine Kekse
  • Nüsse und Mandeln
  • Zuckerbonbons
  • bunte Streusel
  • Zuckerwatte
Auf einem Tisch liegen verschiedene Backzutaten und -utensilien verteilt.

Foto: © Achim007, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: pixabay.com

Zubereitung des Lebkuchenteigs

Die Arbeit beginnt am Vortag.

  1. Erhitzen Sie den Honig, die Butter und den Zucker unter ständigem Rühren in einem Topf, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Lassen Sie es dann kurz abkühlen.
  2. Vermengen Sie derweil in einer Schüssel die gemahlenen Mandeln, das Mehl, die Gewürze, den Kakao und das Ei miteinander. Reiben Sie zudem von der Zitrone die Schale mit hinein.
  3. Geben Sie danach die flüssige Mischung hinzu und kneten alles mit Knethaken gut durch. Ist die Masse zu flüssig, können Sie noch etwas Mehl ergänzen.
  4. Decken Sie die Schüssel z.B. mit Frischhaltefolie ab und lassen den Teig über Nacht im Kühlschrank ruhen.

Weiter geht’s am nächsten Tag.

  1. Rollen Sie den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche aus. Sparen Sie nicht am Mehl, der Teig soll sehr klebrig sein! Der Teig darf nicht zu dünn ausgerollt sein – 0,5 cm sind eine gute Höhe.
  2. Nutzen Sie am besten Schablonen für die einzelnen Hausteile. Diese finden Sie z.B. im Internet. Schneiden Sie die Wände und Dachseiten mit einem Pizzaroller oder einem Messer aus. Unbedingt auch Fenster und Türen ausschneiden.
  3. Tipp: Den Tür-Ausschnitt gern behalten. Denken Sie auch an einen Schornstein.
  4. Aus dem übrigen Teig wird das Fundament geformt. Dies kann entweder quadratisch oder unregelmäßig sein.
  5. Alle Teile auf ein Backblech legen und noch einmal ca. 15 min kühlen.
  6. Heizen Sie derweil den Ofen auf 180°C (Umluft) vor.
  7. Backen Sie die Lebkuchen dann ca. 20-30 min lang, bis sie in der Mitte fest sind. Danach muss alles gut auskühlen.

Bevor es dann ans Bauen geht, fehlt noch ein letzter Schritt.

  1. Schlagen Sie das Eiweiß für den Zuckerguss mit einem Handrührgerät steif.
  2. Lassen Sie dann langsam den Puderzucker hineinrieseln.
  3. Rühren Sie zum Schluss den Zitronensaft unter.
  4. Falls Sie vegan arbeiten wollen, einfach den Puderzucker mit etwas Wasser und dem Zitronensaft gründlich verrühren, bis die nötige Konsistenz erreicht ist.
  5. Die möglichst zähe, klebrige Masse dann in einen Spritzbeutel einfüllen.
  6. Achtung: Falls Sie auch bunten Zuckerguss haben möchten, einen Teil übrig behalten und diesen dann nach Belieben einfärben
Einzelteile eines Pfefferkuchenhauses liegen auf einem schwarzen Untergrund.

Foto: © hans, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: Pixabay.com

Bauanleitung für ein Pfefferkuchenhaus

Sie haben alle Bestandteile, die Sie brauchen – jetzt geht es los mit der süßen Konstruktion. Dazu beginnen Sie mit dem Haus an sich.

  1. Sie müssen nacheinander die Seitenteile mit dem Zuckerguss auf dem Fundament befestigen.
  2. Denken Sie auch daran, die Seitenkanten der verschiedenen Teile mit der klebrigen Masse zu bestreichen.
  3. Drücken Sie die Wände immer erst ein wenig an, damit der Guss etwas antrocknen kann.
  4. Ist das Gebilde noch instabil, stützen Sie die Bauteile z.B. mit Tassen oder anderen kleinen Gegenständen ab.
  5. Zum Schluss noch einmal von innen und außen alle Kanten mit etwas Zuckerguss bestreichen und dann etwa 1 Stunde aushärten lassen.
  6. Weiter geht es mit dem Dach. Hier zunächst alle Kanten der ersten Dachhälfte mit Zuckerguss bestreichen.
  7. Denken Sie auch an die Seitenwände, auf denen das Dach aufliegt.
  8. Alles etwas andrücken, dann mit der anderen Hälfte das Gleiche noch einmal machen.
  9. Abschließend auch hier gern noch einmal die Stoßkanten zusätzlich mit Zuckerguss sichern und dann alles gut aushärten lassen.

Fertig ist die Rohfassung Ihres Lebkuchenhauses.

Zwei Kinder sitzen an einem Küchentisch und bauen ein Pfefferkuchenhaus.

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Jetzt wird’s süß: 5 Dekorationsideen

Ihr Pfefferkuchenhaus ist getrocknet und steht inzwischen bombenfest auf seinem Fundament? Dann wird es jetzt Zeit, ihm seinen ganz persönlichen Charme zu verleihen. Dieser Teil ist wohl der, der am meisten Spaß macht, denn jetzt wird es bunt und süß. Kinder lieben es! Erlaubt ist, was gefällt. Als Anregung wollen wir Ihnen abschließend noch fünf Ideen mit auf den Weg geben.

1. So wird das Dach ein Hingucker.

Um Dachziegel zu imitieren, können Sie zum Beispiel Mini-Butterkekse reihenweise von unten nach oben mit etwas Zuckerguss befestigen. Lassen Sie die Kekse ein wenig überlappen, so wird der Look noch echter. Alternativ können Sie aber auch mit dem Zuckerguss Bogenlinien aufmalen. In das Innere geben sie dann kleine Kleckse der Masse und drücken in diese bunte Schokolinsen.

Wenn Sie einen Schornstein auf Ihrem Pfefferkuchenhaus haben, können Sie auch mit Zuckerguss kleine Ziegel aufmalen. Mit etwas Zuckerwatte oben drauf sieht es dann aus, als würde im Inneren schon der Ofen brennen.

Auf dem Dach eines Pfefferkuchenhauses sind bunte Weingummis und Schokolinsen mit Zuckerguss angebracht.

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2. Zuckersüße Wandgestaltung

Der Klassiker der Wanddekoration beim Pfefferkuchen sind wohl Kringel, Bögen und Linien aus Zuckerguss sowie mit der klebrigen Masse befestigte Süßigkeiten aller Art. Das kann bunt durcheinander erfolgen oder aber mit System. Wie wäre zum Beispiel eine Wand mit Gummibärchen, die in Regenbogenfarben angeordnet wurden? Oder ein monochromer Look aus schwarzen und weißen Schokolinsen?

Sie können auch mit eingefärbtem Zuckerguss arbeiten. Ziehen Sie zum Beispiel mit dem weißen Linien in Form von einer Ziegelmauer. Machen Sie dann mit der süßen Masse in Ihrer Lieblingsfarbe auf jeden Ziegel einen Punkt oder malen Sie ein kleines Herz hinein.

3. Einladende Fenster und Türen

Ein besonderer Tipp ist, alle Öffnungen von Fenstern und Türen möglichst akurat mit Zuckerguss zu umranden. So fallen Sie besonders ins Auge. Um aus den Fenstern noch einen richtigen Hingucker zu machen, können Sie sozusagen auf die Fensterbretter ganz dicke Zuckerguss-Tupfen setzen und diese dann z.B. mit Liebesperlen oder Streuseln dekorieren. Das wirkt dann fast wie ein kleiner Blumenkasten.

Haben Sie übrigens den Ausschnitt der Tür behalten und ebenfalls mitgebacken? Dann können Sie diesen zunächst liebevoll dekorieren mit Linien und Süßigkeiten, ganz nach Belieben. Bringen Sie die Tür dann ähnlich wie die Wände mit Zuckerguss so ans Haus an, dass sie halb offen steht. So wird Ihr Haus noch realistischer und besonders einladend.

Um die Fenster eines Pfefferkuchenhauses sind mit weißem Zuckerguss Dekoriationen gemalt worden. Davor steht ein Schneemann.

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4. Auch vor dem Haus soll’s schön sein

Für einen besonders harmonischen Eindruck empfiehlt sich auch den Garten sozusagen mit zu gestalten. Ob Sie nun aus etwas Teig noch einen kleinen Zaun formen und diesen anbringen oder aber mit Ausstechförmchen z.B. Tannenbäume kreieren – alles, was zum Thema passt, darf eingesetzt werden. Auch kleine Lebkuchenmännchen können ganz herzallerliebst aussehen. Und ein Stapel kleiner Zimtstangen neben dem Haus sieht aus wie aufgeschichtete Holzscheite.

5. Let it snow…

Ist Ihr Haus dann wirklich komplett fertig dekoriert, braucht es noch einen abschließenden Schritt: Es muss schneien. Dazu verdünnen Sie den restlichen Zuckerguss mit etwas Wasser, so dass die Masse flüssiger wird. Spritzen Sie diese dann auf den Dachfirst und die -ränder. Der Guss wird beginnen herabzufließen und zu tropfen. So entsteht der Eindruck von Eiszapfen. Zusätzlich können Sie auch noch Kokosflocken streuen. Als letztes dann noch etwas Puderzucker über alles geben – fertig ist Ihr winterliches Pfefferkuchenhaus.

Ein von innen erleuchtetes Pfefferkuchenaus hat mit Zuckerguss kleine Eiszapfen am Dach gemalt bekommen.

Foto: © frstr23, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: pixabay.com

Quellen
www.weihnachtszeit.net/…/lebkuchenhaus/
www.wikipedia.org/wiki/Lebkuchen
www.sallys-blog.de/…/Pfefferkuchenhaus-Rezept
www.einfachbacken.de/…/lebkuchenhaus-einfach-selbstgemacht