Gemüse und Kuchen geht für Sie gar nicht zusammen? Dabei entstehen daraus häufig wirklich leckere Kreationen! Bereits seit dem Mittelalter werden zum Beispiel Möhren zum Backen verwendet. Daraus ist ein internationaler Trend gewachsen, der nicht nur in der DACH-Region beliebt ist, sondern auch in Großbritannien und den USA. Wir verraten Ihnen unsere Lieblingsrezepte für einen saftigen Karottenkuchen und worauf Sie dabei unbedingt achten sollten. Lesen Sie hier weiter!

Wo kommt der Möhrenkuchen her: Schweizer Rüeblitorte

Die einen sagen Karottenkuchen, die anderen Möhrenkuchen – doch das Original heißt eigentlich “Rüeblitorte” und stammt aus der Schweiz. Genauer gesagt aus der im Norden des Landes gelegenen Region Aargau, wo noch im 19. Jahrhundert der Rübenanbau das Hauptgeschäft der Bevölkerung war. Kein Wunder also, dass der Überfluss an Möhren auch zu leckeren Backwaren führte. Das wohl älteste, schriftlich überlieferte Rezept für den Karottenkuchen stammt aus dem Jahre 1892.

Tatsächlich war die Rüeblitorte aber trotz der naheliegenden Verbindung lange Zeit dennoch nur ein privates Vergnügen. Erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts ging man dazu über, dieses Produkt auch professionell zu vermarkten. Und seitdem ist der Siegeszug der Karotte nicht mehr aufzuhalten. Ob bei uns in Deutschland oder aber über dem großen Teich – dieser Kuchen ist überall gern gesehen. Der luftigen Biskuitmasse mit den fein geriebenen Möhren und Nüssen kann aber auch kaum jemand widerstehen.

Zudem ist er auch tendenziell besonders saftig und dabei angenehm süß – und das sogar ohne übermäßige Zugabe von Zucker. Karotten enthalten nämlich von Natur aus bereits einen relativ hohen Zuckergehalt und wurden daher schon jeher für Süßspeisen verwendet. Die heutigen Kuchen können je nach eigener Vorliebe abgewandelt werden: Mal ist die Rüeblitorte sehr reichhaltig, mal stark kalorienreduziert.

Zwei saftige Karottenkuchen

Der Karottenkuchen ist wirklich ein geniales Backwerk. Mit nur wenigen Handgriffen lässt er sich von einer süßen Sünde hin zu einer kalorienbewussten kleinen Nascherei verwandeln. Auch Menschen, die Probleme mit Gluten haben, können hier – je nach Rezept – sorglos zuschlagen. Und sogar vegan lässt sich die Möhren-Leckerei ohne Probleme zubereiten. Wir zeigen mit zwei himmlischen Rezepten, wie es geht!

Klassischer Karottenkuchen – aber glutenfrei!

Spannenderweise gibt es viele Möhrenkuchen-Rezepte, die auf die Zugabe von normalem Mehl komplett verzichten. Denn kombiniert man die Möhren mit gemahlenen Nüssen, entstehen harmonische Geschmackskompositionen. Dass das Nussmehl gleichzeitig auch herkömmliche Varianten ersetzt, ist dabei nicht nur für Menschen mit Glutenunverträglichkeiten hervorragend. So geht’s:

Zutaten Teig

  • 450 g Möhren
  • 1 EL abgeriebene Orangenschale
  • 250 g Mandeln, gemahlen
  • 200 g Haselnüsse, gemahlen
  • 6 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 220 g Brauner Zucker
  • 2 EL Zitronensaft oder Orangensaft
  • 50 ml Öl (z.B. Sonnenblume, alternativ auch intensiveres Kokosöl)
  • 1 TL Backpulver

Zutaten Dekoration

  • 200 g Puderzucker
  • 3 EL Zitronensaft
  • Marzipanmöhrchen zum Verzieren

Zubereitung

  1. Heizen Sie den Ofen auf 175°C vor. Fetten Sie dann die Kuchenform ein. Falls Sie glutenfreie Semmelbrösel haben oder fein-gemahlene Haferflocken, können Sie die Form damit auch noch ausstreuen.
  2. Waschen Sie nun die Möhren, schälen Sie sie und raspeln bzw. reiben sie möglichst fein.
  3. Vermengen Sie in einer Schüssel die zerkleinerten Möhren mit dem Abrieb der Orangenschale, den gemahlenen Mandeln und Nüssen sowie dem Backpulver.
  4. Trennen Sie die Eier. Schlagen Sie das Eiweiß mit der Prise Salz steif. Rühren Sie dann das Eigelb mit dem Zucker schaumig.
  5. Geben Sie nun den Zitronensaft, das Öl und die Möhrenmischung zu der Eigelb-Zucker-Masse und vermengen alles gut miteinander.
  6. Abschließend müssen Sie nur noch vorsichtig den Eischnee unterheben. Es sollte eine angenehm luftige Masse entstehen.
  7. Füllen Sie den Teig in eine Springform und lassen diese bei 175°C ca. 50 Minuten backen.
  8. Wenn der Kuchen abgekühlt ist, kann er dann nach Belieben noch verziert werden.
  9. Unser Tipp: Rühren Sie aus dem Puderzucker und dem Zitronensaft einen frischen Zuckerguss an. Streichen Sie ihn über den Kuchen und setzen dann die kleinen Marzipanmöhren darauf.

Möhrenkuchen vegan – gar nicht schwer!

Die Basis eines herkömmlichen Karottenkuchens ist ja ein Biskuitteig, welcher auch Eier enthält. Doch die Rüeblitorte lässt sich dennoch sehr gut veganisieren. Probieren Sie es selbst aus!

Zutaten

  • 300 g Dinkelmehl (alternativ: glutenfreie Mehlmischung)
  • 100 g Haferflocken
  • 100 ml Pflanzenöl
  • 180 g Rohrzucker
  • 400 g Karotten
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 160 g ungezuckertes Apfelmus
  • 1 TL Zimt
  • 75 g gehackte Mandeln, Haselnüsse oder Walnüsse

Zubereitung

  1. Waschen, schälen und raspeln Sie die Möhren ordentlich klein.
  2. Vermengen Sie nun die Möhren mit dem Mehl, Zucker, Backpulver, Zimt, den Haferflocken und Mandeln.
  3. Geben Sie anschließend das Öl und Apfelmus hinzu.
  4. Rühren Sie die Zutaten gut durch. Es wird ein relativ fester Teig entstehen.
  5. Füllen Sie diesen nun in eine gefettete Springform.
  6. Backen Sie den Kuchen bei 200°C Ober/Unterhitze ca. 55 Minuten.
  7. Reduzieren Sie die Wärme nach etwa 30 Minuten auf 180°C.
  8. Um zu prüfen, ob der Kuchen durch ist, machen Sie am besten die Stäbchenprobe.
  9. Lassen Sie Ihre Backware dann gut auskühlen und dekorieren sie anschließend nach Herzenslust.

Tipps und Tricks für wirklich saftige Karottenkuchen

Haben Sie den Möhrenkuchen vielleicht schon das eine oder andere Mal gezaubert und suchen jetzt nach einer neuen Herausforderung? Oder will Ihnen das Rezept einfach nicht so gelingen, wie Sie es sich vorstellen? Schreiben Sie die Karotten noch nicht ab. Wir haben abschließend noch fünf gute Tipps bzw. Ideen für Ihre perfekte Leckerei.

  1. Welche Form darf’s sein? Abwechslung kann schon durch eine andere Optik auf den Teller kommen. Lassen Sie die Springform also vielleicht mal im Schrank und greifen stattdessen zum Guglhupf oder zu den Muffinförmchen. Auch eine Kastenform ist toll – gerade wenn der Kuchen transportiert werden soll.
  2. Womit den Karottenkuchen verzieren? Der normale Zuckerguss ist Ihnen zu süß oder langweilig? Dann testen Sie die amerikanische Variante mit Frischkäse-Topping. Auch eine ganze Marzipan-Decke kann lecker sein. Schlichter wird es mit einer dünnen Schicht Puderzucker. Richtig dekadent wiederum gerät der Karottenkuchen mit einer Schokoladenglasur.
  3. Karottenkuchen zuckerfrei? Auch das ist gar keine große Hürde. Die Möhren bringen bereits eine feine Süße mit sich. Soll diese noch etwas unterstützt werden, versuchen Sie es doch einmal mit Honig oder Ahorn-Sirup. Auch Datteln harmonieren sehr gut damit. Xylit oder Erythrit sind weitere Optionen. Wollen Sie mehr zum zuckerfreien Backen erfahren? Dann lesen Sie hier weiter!
  4. Wie fein die Möhren reiben? In vielen Rezepten spricht man immer vom Raspeln. Doch manch einem sind danach die Möhrenstücke noch viel zu groß. Mit einer ganz feinen Reibe lässt sich das beheben, ist aber mühsam. Darum holen Sie doch mal Ihren Mixer oder ähnliches Gerät hervor und pürieren Sie das Gemüse einfach. Je feiner die Karotte, desto angenehmer wird nämlich auch das Mundgefühl.
  5. Wie lange hält sich der Kuchen? Das kommt tatsächlich auf die Lagerung an. Bei einem kühlen, trockenen Platz bleibt der Karottenkuchen 4-5 Tage saftig. Der Kühlschrank sollte allerdings besser nicht der Aufbewahrung dienen, hier flaut der Geschmack ab und der Kuchen wird trocken. Lieber dann das Gebäck einfrieren und später wieder auftauen. Übrigens: Zieht der Kuchen kleine Fäden, sollte er entsorgt werden. Dann ist er nämlich von einer bestimmten Sorte Bakterien befallen, welche ihn zersetzt und Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen kann.

Der perfekte Anlass: Rüeblitorte zu Ostern

Falls Sie sich bisher also noch gefragt haben, womit Sie Ihre Familie oder Freunde zum nächsten Osterfest verwöhnen können, dann ist die Rüblitorte sicher die perfekte Antwort. In der Herstellung ist sie herrlich einfach und schnell gemacht, geschmacklich beeindruckt sie dafür enorm.

Übrigens: Falls Sie einen solchen, saftigen Karottenkuchen am Ostersonntag servieren wollen, empfehlen wir Ihnen, diesen vielleicht schon am Karfreitag zu backen. Hat diese Backware nämlich etwa 2 Tage Zeit, richtig durchzuziehen, wird das Aroma noch besser. Den Guss bzw. die Verzierung sollten Sie dann am Ostersonntag auftragen. Aber auch frisch aus dem Ofen ist dieser Kuchen einfach eine Wucht. Probieren Sie es selbst einmal aus – auch wenn nicht Ostern ist. Denn zum Glück gibt es Möhren das ganze Jahr über.

Auf einem Glas-Tortenteller steht ein saftiger Karottenkuchen, daneben liegen Servietten, Teller und eine kleine Osterhasenfigur.

Foto: © TerriC, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: pixabay.com

Quelle
www.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCeblitorte
www.worldsoffood.de/…/1900-rueeblikuchen-eine-geschichte-aus-der-schweiz.html
www.mainzer-strasse.koeln/…/Informationstext-Carrot-Cake.pdf
www.webkoch.de/…/klassiker-karottenkuchen-wie-die-rueeblitorte-am-besten-gelingt/
www.backenmachtgluecklich.de/…/backen-fuer-ostern-saftiger-karottenkuchen.html
www.eatbetter.de/…/karottenkuchen-ohne-zucker-saftig-lecker
www.brotundbackwaren.de/…/article_arch_8214.html