An heißen Sommertagen, nach einer erfrischenden Abkühlung im Wasser, braucht es dann meist eine kleine Stärkung. Hier machen sich süße oder auch saure Kirschen einfach perfekt. Die roten Früchte stehen sinnbildlich für die warme Jahreszeit und sind nicht nur roh ein unvergleichliches Geschmackserlebnis. Erfahren Sie hier alles über die verschiedenen Kirschsorten, ihre Herkunft und wie Sie sie am besten lagern sowie verarbeiten können. Am Ende verraten wir Ihnen auch, was sich mit diesem Wunderobst in der Küche kreieren lässt. Lesen Sie hier weiter!

Alles über ihre Herkunft und die verschiedenen Kirschsorten

Man möchte meinen, dass dieses sommerliche Obst schon immer in Deutschland anzutreffen war. Doch das ist tatsächlich nicht so gewesen. Die erste Form der Frucht, die Wildkirsche, wurde bereits in der Jungsteinzeit in Asien verzeichnet. Die Kirsche, die wir heute kennen, hatte Ihren Ursprungsort rund um das Schwarze Meer. Ihren Weg nach Europa fand sie dann durch den römischen Feldherrn Lukullus, der sie von der Stadt Kerasos (heute in der Türkei als Giresun bekannt) nach Italien mitnahm. Von dem Namen dieser Stadt leitet sich übrigens auch der Name der Frucht her.

Denkt man heute an dieses unglaublich leckere Obst, unterscheiden wir seit Ende des 18. Jahrhunderts hauptsächlich zwischen zwei Arten: den Süß- und Sauerkirschen. Doch damit nicht genug, denn inzwischen gibt es noch viele unterschiedliche süße und saure Kirschsorten. Unsere kleine Übersicht verrät Ihnen die verschiedenen Eigenschaften.

Süßkirschen

Sorte Aussehen, Fruchteigenschaften, Geschmack
Alma
  • schwarzbraun, mittelgroß
  • festes Fruchtfleisch, sehr saftig
  • süß, aromatisch
Annabella
  • braunrot-schwarz, mittelgroß
  • mittelfestes Fruchtfleisch, stark färbender Saft
  • süß, aromatisch
Badeborner Schwarze Knorpelkirsche
  • schwarzrot, mittelgroß bis groß
  • festes mittel- bis dunkelrotes Fruchtfleisch, saftig
  • sehr aromatisch, süß
Büttners Rote Knorpelkirsche
  • rötlich-gelb, mittelgroß
  • festes Fruchtfleisch, farbloser Saft
  • sehr süß, wenig Säure, würzig
Kassins Frühe Herzkirsche
  • dunkelrot, groß
  • weiches bis mittelfestes Fruchtfleisch, saftig
  • äußerst aromatisch, süßsäuerlich

Sauerkirschen

Sorte Aussehen, Fruchteigenschaften, Geschmack
Achat
  • rot bis dunkelrot, mittelgroß
  • mittelfestes, rotes Fruchtfleisch
  • fruchtig, harmonisch, süßsäuerlich, wenig Säure
Jade
  • mittelrot, mittelgroß bis groß
  • färbendes Fruchtfleisch
  • mild-süßlich bis leicht säuerlich, fruchtig
Karneol
  • dunkelrotbraun, groß
  • mittelfestes dunkelrotes Fruchtfleisch, saftig, gut steinlösend
  • süßsauer angenehm
Köröser Weichsel
  • dunkelrot, groß bis sehr groß
  • festes Fruchtfleisch
  • fein süßsäuerlich
Schattenmorelle
  • braunrot bis schwarz, groß
  • weiches Fruchtfleisch, roter Saft, leicht steinlösend
  • sehr sauer
Ein Stiel, an dem zwei Kirschen hängen, ist zu einem Herz gebogen worden

Foto: © T. Q., Lizenz: Creative Commons CC0 1,0, Quelle: Unsplash.com

Schon gewusst: Kirschen haben tolle Inhaltsstoffe

Zwar hat Obst ja schon immer einen guten Ruf, wir verraten Ihnen aber jetzt, warum das vor allem auf die zahlreichen Kirschsorten zutrifft. Es ist nämlich so, dass die saftigen Früchte viele Mineralien enthalten. Darunter zählen unter anderem Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium und auch Phosphor. So profitieren durch den Verzehr nicht nur Ihre Muskeln, Knochen und Zähne, sondern auch Ihre Haut und die Haare.

Noch dazu weisen sie unterschiedliche Vitamine wie B1, B2, B6 und Vitamin C auf. Und auch für Schwangere ist das Kirschen-Naschen von Vorteil, da das Vitamin Folsäure ebenso vorhanden ist. Es hilft unter anderem bei der Zellteilung und Blutbildung. Außerdem nehmen Sie das Spurenelement Zink bei dem Genuss der sommerlichen Frucht auf. Und sogar der rote Farbstoff soll ein Pluspunkt sein, da ihm nachgesagt wird, dass er entzündungshemmend ist.

Alles über die Ernte, Lagerung und Verarbeitung

Zwar lässt sich dieses Obst wie die meisten Arten wunderbar einfrieren oder auch einwecken und somit über das ganze Jahr genießen, aber frisch schmecken sie doch am besten. Was Sie über die Ernte und die Weiterverarbeitung wissen sollten, verraten wir Ihnen hier.

Das schmeckt nach Sommer – pflücken Sie Kirschen zum richtigen Zeitpunkt!

Es gibt mehrere Wege, an diesen absoluten Klassiker des Gartens heranzukommen: Kaufen Sie die verschiedenen Kirschsorten entweder bequem im Supermarkt oder pflücken Sie sie eigenhändig auf einer Obstwiese. Dabei gilt es  die verschiedenen Zeiträume zu beachten, die mit der Ernte der unterschiedlichen Kirschsorten einhergehen. Wenn Sie gern Früchte aus Deutschland kaufen bzw. ernten wollen, verschiebt sich die Saison zwischen den süßen und sauren Varianten minimal. Die Süßkirschen sind vor allem zwischen Juni und Juli am schmackhaftesten. Die sauren Schwestern sind ein wenig später reif und für den Verzehr geeignet. Am besten pflücken Sie diese zwischen Juli und August.

Sie erkennen die reifen Kirschen am ehesten am Stiel. Er sollte grün und glatt sein, fest an der Frucht sitzen, sich aber problemlos lösen lassen. Lassen Sie ihn beim Ernten mit dran, da die kleinen roten Kugeln so länger halten und auch kein Saft austritt. Schneiden Sie sie entweder mit der Gartenschere vom Ast ab oder arbeiten Sie vorsichtig mit den Händen. Ein weiteres Indiz für den Reifegrad des Obstes ist seine rote bzw. rot-gelbe Färbung, welche voll ausgeprägt sein und rund herum gehen sollte. Da es sich hier um kein nachreifendes Lebensmittel handelt, sollte diese wirklich perfekt aussehen.

Am besten ernten Sie die saftige Verführung in den frühen Morgenstunden. Da sind die Früchte noch kühl und können leichter gepflückt werden. Wir empfehlen Ihnen außerdem einen Obstkorb zur Ernte zu verwenden. Dabei kann das Holz das doch eventuell austretende Fruchtwasser aufnehmen. Zusätzlich sollten Sie darauf achten, die Kirschen vorsichtig in Ihr Behältnis zu legen. Lassen Sie sie aus der Höhe hineinfallen, kann die Fruchthülle dabei verletzt werden. Die Früchte werden dann viel schneller schlecht. Generell raten wir Ihnen noch: Verzehren bzw. Verarbeiten Sie Ihre Ernte möglichst schnell.

Die Lagerung: So bleiben Ihre Kirschen frisch

Wie schon erwähnt, halten sich Kirschen nachdem Sie geerntet wurden, nicht allzu lange. Zwischen zwei bis drei Tage lassen sie sich gut im Kühlschrank lagern. Hier ein kleiner Tipp: Bevor Sie sie ins Gemüsefach legen, sollten Sie die bereits gequetschten oder angerissenen Exemplare aussortieren. Noch dazu ist es ratsam, wenn Sie die Früchte erst kurz vor dem Verzehr waschen, da sie sonst zu schnell faulen. Das maximieren Sie ganz leicht die Haltbarkeit.

Außerdem empfiehlt es sich, wie bereits erwähnt, den Stiel dranzulassen. Damit beugen Sie zusätzlich Fäulnis vor. Erst nach dem Waschen sollten Sie diesen abzupfen. So bleibt das Aroma in der Frucht und Sie können den vollen Geschmack der einzelnen Kirschsorten erleben. Die saure Variante macht sich vor allem gut zum Backen, Einmachen oder Kochen. Die Süßen werden von vielen gern roh genascht. Weitere Möglichkeiten, wie Sie sie verarbeiten können, folgen.

War die Ernte besonders reich und Sie kommen mit dem Essen nicht hinterher? Dann nutzen Sie das Einfrieren. Haben Sie ihre liebsten Kirschsorten entstielt und gewaschen, können Sie sie auf einer flachen Unterlage wie einem Teller oder Brett mit Backpapier als Unterlage in der Gefriertruhe anfrieren lassen. Sind sie schon fest, lassen sie sich wunderbar in einem Gefrierbeutel oder ähnlichem aufbewahren. Dadurch können Sie ohne Probleme die Früchte einzeln entnehmen, ohne dass Sie aneinander kleben.

Unterschiedliche Verarbeitungsmöglichkeiten

Übrigens hilft das Gefrierfach auch beim Entsteinen. Möchten Sie zum Beispiel Saft oder Marmelade herstellen, aber der Kern stört, können Sie die Früchte zuvor einige Minuten dort hineinlegen. Etwas angefroren lässt sich der Stein besser lösen und das Fruchtfleisch bleibt sogar fester. Die bequemste Variante, um das zu tun, ist natürlich der Kirschkernentsteiner. Sie können aber auch z. B. mit einem Messer den Stein entfernen. Ein kleiner Tipp: Verwenden Sie beim Verarbeiten am besten Einmalhandschuhe. Da der Saft leicht abfärben kann, bekommen Sie so keine roten Finger.

Wenn Sie Ihre Kirschsorten wie die Lapins lieber einkochen möchten, ist dies ebenfalls ein Kinderspiel. Das folgende Rezept ist für 500 g Kirschen und 2 Gläser à 500 ml ausgelegt.

  • Waschen, entstielen und entkernen Sie die Früchte.
  • Spülen Sie die Gläser mit heißem Wasser aus.
  • Verteilen Sie die Kirschen: 250 g pro Glas.
  • Bereiten Sie eine Zuckerlösung vor: Bei 500 g Früchte sollten 200 g Zucker mit 500 ml Wasser erhitzt und kurz aufgekocht werden.
  • Gießen sie die immer noch heiße, aber nicht kochende Flüssigkeit in die Gläser, bis die Kirschen vollständig davon bedeckt sind. Lassen Sie einen 1 cm Rand zum Glasrand.
  • Wischen Sie den Rand ab und schrauben Sie die Gläser sofort fest.
  • Anschließend für zirka 30 Minuten in 80 Grad Celsius heißem Wasser einkochen. Dabei sollten die Gläser davon zu ¾ bedeckt sein und nicht den Boden des Topfes berühren. Nutzen Sie dafür am besten ein Gitter oder ähnliches. Außerdem sollten die Gläser mit Abstand voneinander stehen.

Der leckere vegane Cherry Crisp

Wenn Sie bereits Ihre favorisierte Kirschsorte haben und diese nicht einkochen oder einfrieren wollen, dann empfehlen wir Ihnen folgendes Rezept für einen Cherry Crisp, auch bekannt als Cherry Crumble. Es ist ein Klassiker, aber neu interpretiert: nicht nur vegan, sondern auch glutenfrei! Außerdem haben wir Ihnen eine Variante aufgeschrieben, die ohne Industriezucker auskommt.

Zutaten Füllung

  • 700 g entsteinte und halbierte Süßkirschen (Beispiele für die Sorten: Regina oder Burlat)
  • 22 g Kokosblütenzucker
  • 2 EL plus 1 TL Tapioka-Stärke
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 1 EL Zitronensaft

Zutaten Topping

  • 22 g Kokosblütenzucker
  • 90 g blanchiertes Mandelmehl
  • 75 g Mandeln
  • 60 g Kokosflocken
  • 22 g plus 2 EL weiches Kokosöl
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 1 TL Zimt
  • ¼ TL Meersalz

Zubereitung

  1. Ofen auf 175° vorheizen (Sie benötigen eine mittelgroße, rechteckige Auflauf- oder Backform).

Topping

  1. Zerkleinern Sie die Mandeln in grobe Stücke.
  2. Fügen sie das Mandelmehl, den Kokosblütenzucker, die Kokosflocken, das Vanilleextrakt, Zimt und Meersalz dazu.
  3. Rühren Sie das Kokosöl hinein, bis die Masse krümelig wird.
  4. Stellen Sie die Masse ca. 10-15 Minuten in den Kühlschrank.

Füllung

  1. Nehmen Sie eine große Schüssel und mischen Sie die Kirschen, den Zitronensaft, das Vanilleextrakt, den Kokosblütenzucker und die Tapioka-Stärke zusammen.
  2. Füllen Sie die Mischung in die Backform und verteilen Sie das gekühlte Topping gleichmäßig darauf.
  3. Backen Sie den Cherry Crisp für 45 Minuten oder bis das Topping goldbraun wird und die Füllung Blasen schlägt.

Servieren Sie es lauwarm und zum Beispiel mit veganem und zuckerfreiem Vanilleeis. Probieren Sie es aus und schmecken Sie den puren Sommer auf Ihrer Zunge! Und wenn Sie noch mehr Informationen rund um das Backen von Kirschen bekommen möchten, dann abonnieren Sie unseren Newsletter!

Quellen
www.ndr.de/…/Kirschen-pfluecken-entkernen-und-einkochen,kirschen137.html
www.eatsmarter.de/…/kirschen
www.deutsches-obst-und-gemuese.de/kirschen/?cookie-state-change=1616136192685
www.apotheken-umschau.de/…/kirsche-saftig-und-suess-oder-sauer-712821.html
www.ikk-gesundplus.de/…/kirschen/
www.gruess-gott.eu/…/tipps-kirschen-ernten-entsteinen-verarbeiten/
www.gu.de/suess-und-sauerkirschen/
www.lecker.de/kirschen-einkochen-so-einfach-gehts-51395.html
www.paleorunningmomma.com/cherry-crisp-paleo-vegan-gf/
www.plantopedia.de/kirschsorten-fuer-den-garten/#kirschsorten_suesskirsche
www.mein-schoener-garten.de/…/die-besten-kirschsorten-3681
www.mein-schoener-garten.de/…/kirschen-pfluecken-kirschernte-23361
www.heimwerker.de/kirschen-pfluecken/