Auf einem Holzschneidebrett liegen ein Messer und mehrere grüne Birnen
Sie sind wunderbar süß und überraschend vielseitig: Birnen. Welche Birnensorte könnte Ihr Favorit werden?

Saftig und süß: Welche Birnensorte sollten Sie verbacken?

Die einen mögen sie, die anderen nicht – dabei ist die oben schlanke und unten bauchige Birne ein echter Tausendsassa und passt zu vielen Geschmäckern. Doch wie immer heißt es auch hier: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Welche Birnensorte ist also die beste und warum? Wir stellen Ihnen die köstlichsten Fakten rund um das Obst vor und verraten Ihnen, was Sie mit ihm zaubern können. Lesen Sie hier weiter!

Was Sie über die Birne wissen sollten

Sie wirkt fast ein bisschen gewöhnlich, wie sie da zwischen Äpfeln und Weintrauben im Supermarktregal liegt. Doch eigentlich ist die Birne ein wirklich tolles Gewächs, das mit seiner besonderen Süße zu bezirzen weiß. Das ursprünglich aus Asien stammende Pflänzchen hat sich bereits im Mittelalter über ganz Europa verteilt. Ab dem 18. Jahrhundert etwa begann man gezielt die Bäumchen zu selektieren, zu kreuzen und neu zu züchten. Daraus entstand eine wahre Vielfalt an Birnensorten, von denen heute nur noch die wenigsten etwas ahnen. Doch was machte diese Frucht so reizvoll?

Auf einem alten Kochbuch steht eine Schüssel mit zwei ganzen und einer halben Birne

Foto: © Tata Zaremba, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: Unsplash.com

Was zeichnet die Birne an sich aus?

Was zeichnet Birnensorten aus?

Das Besondere an diesem Obst ist wohl ihr Geschmack. Da es kaum Fruchtsäure enthält, ist er sehr süß, manchmal etwas würzig bis muskatig und nur selten leicht frisch bzw. säuerlich. Dadurch bekommt die Birne auch Menschen mit empfindlichen Mägen sehr gut. Doch nicht nur diese sollten sie vernaschen. Direkt unter der Schale sammeln sich wertvolle Vitamine, wie z.B. Vitamin C oder Folsäure. Auch Mineralstoffe (z.B. Eisen, Jod, Magnesium, Phosphor, Kalzium und Kalium) liefert das saftige Fruchtfleisch. Zudem ist es reich an Ballaststoffen.

Durch diese speziellen Inhaltsstoffe gilt die Birne als ein entwässerndes und entschlackendes Obst. Sie unterstützt zudem die Verdauung und ist nicht außerordentlich kalorienreich. Dafür wirkt sie durch ihre eigene Süße Heißhungerattacken recht effizient entgegen. Aus diesem Grund setzen viele Diät-Pläne auf die Baumfrucht.

Eine Menge Birnen liegen nebeneinander, ihre Schalen sind zum Teil berostet und gefleckt.

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Die Schale einer Birne ist ein wichtiges Indiz dafür, ob sie reif ist.

Welche Birne sollten Sie kaufen?

Wer sich mit Birnen näher beschäftigt, der will sicher ganz schnell diese besondere Süße kosten. Doch Achtung: Birnen werden noch unreif geerntet und in den Verkauf gebracht. Grund dafür ist, dass die verzehrbereiten Früchte extrem empfindlich sind und darum sehr schnell schlecht werden. Doch woran erkennen Sie dann eine gute Frucht?

Zunächst ist die Schale ein wichtiges Indiz. Diese sollte glatt und unbeschädigt sein. Lassen Sie sich dabei aber nicht von der sogenannten Berostung verunsichern. Diese bräunlichen bis grauen Flecken sind natürlich und je nach Sorte mehr oder weniger stark ausgebildet. Sie bedeuten nicht, dass die Frucht schlecht ist. Ein sicheres Anzeichen für das Gegenteil ist wiederum ein schon sehr weiches Exemplar. Zeigen sich darüber hinaus flächige, braune Stellen, sollten Sie diese Birne liegen lassen. Sie ist wahrscheinlich überreif. Ideal hingegen ist es, wenn das Obst bei vorsichtigem Fingerdruck ganz leicht nachgibt.

In einem Korb liegen viele verschiedene Birnen

Foto: © Quin Engle, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: Unsplash.com

Es gibt Birnensorten, die sich lange lagern lassen, aber auch solche, die schnell gegessen werden sollten.

Wie lagert man das Obst richtig?

Ob gekauft oder gepflückt, die Birnen reifen erst nach der Ernte richtig aus. Verzehrfertig sind sie, wenn sich der Stiel sehr leicht von der übrigen Frucht lösen lässt. Bei Zimmertemperatur ist das bei den meisten Sorten nach wenigen Tagen der Fall. Wollen Sie hingegen Ihr Obst etwas länger haltbar machen? Dann brauchen sie einen kühlen, dunklen Ort. Hier halten sich die unterschiedlichen Sorten bis zu zwei Monate, wenige auch länger.

Es gibt allerdings auch sogenannte nicht lagerfähige Birnen. Diese sollten mit der Reife verzehrt werden. Im Kühlschrank können Sie das Verderben maximal um zwei Tage aufschieben. Beispiele für diese und andere Arten finden Sie weiter unten im Text. Übrigens: Wenn Sie Ihre Früchte neben Äpfel oder Weintrauben legen, beschleunigen Sie den Reifungsprozess damit, da diese entsprechende Enzyme verströmen. Wenn Sie das nicht wünschen, achten Sie auf weniger anregende Nachbarn im Obstkörbchen!

Eine nasse Birne hängt an einem Baum

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Birne ist nicht gleich Birne!

Welche Birnensorten gibt es?

Im Laufe der Zeit sind an vielen Orten der Welt verschiedene Züchtungen entstanden. Man spricht inzwischen von über 2.500 Varianten. Um hier den Überblick zu behalten, gibt es unterschiedliche Ansätze, um die vielen Birnensorten einzuteilen. So unterscheiden wir beispielsweise zwischen Sommer-, Herbst- und Winterbirnen, in Abhängigkeit ihrer Erntezeitpunkte.

Hinsichtlich ihrer Verwendung spricht man von Tafelbirnen (zum direkten Essen), Mostbirnen (zur Saftherstellung) und Kochbirnen (für Kompott). Eine weitere Möglichkeit ist der Blick auf das Alter. So werden hier alte Birnensorten und neue genannt. Im Folgenden wollen wir Ihnen einige Arten näher vorstellen. Diese sind gerade in Deutschland sehr beliebt:

Mehrere verschiedene Birnensorten liegen neben- und übereinander

Foto: © Lovelli Fuad, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: Unsplash.com

Es gibt über 2.500 Birnensorten weltweit!

Sorte Typ Infos
Abbé Fétel Alte Sorte
  • seit 1869 (Frankreich)
  • große Früchte, weißes Fruchtfleisch, halbschmelzend (also recht weich)
  • gelbgrüne Schale, leichte Berostung
  • saftig und würzig im Geschmack
  • Ende September pflückreif, ab November genussreif
  • lagerfähig bis Mitte Januar
Alexander Lucas Alte Sorte
  • seit 1870 (Frankreich)
  • mittelgroße, kelchbauchige Früchte
  • glatte, grünlich-gelbe Schale, später leicht rot-rostig punktiert
  • saftiges Fruchtfleisch
  • mild-süßer Geschmack
  • reif ab Ende September
  • gekühlt bis zu 6 Monate lagerfähig
Concorde Neue Sorte
  • seit 1977 (England)
  • raue, berostete Schale, knackiges Fruchtfleisch
  • viel Süße, wenig Säure
  • Ernte ab Mitte September
  • monatelang lagerfähig
Conference Alte Sorte
  • seit 1894 (England)
  • wichtigste Birnensorte in Europa
  • schlanke, mittelgroße Früchte, gelbgrüne Schale, braune Rostflecken
  • weiches, sehr saftiges Fruchtfleisch
  • süß mit leichter Säure
  • Mitte bis Ende September baumreif
  • 14 Tage lagerfähig
Clapps Liebling Alte Sorte / Sommerbirne
  • seit 1869 (USA)
  • helle, gelbgrüne Schale, sonnenseits gelbrötlich
  • körniges Fruchtfleisch
  • erfrischend süß-säuerlich
  • erntereif sind sie ab August, genussreif im September
  • nicht lagerfähig
Gräfin Gepa Neue Sorte
  • seit 2002
  • grüngelbe Früchte, überwiegend rote Deckfarbe
  • angenehmes Aroma, sehr saftig
  • Ernte Ende September
  • bis November genussreif
Großer Katzenkopf Alte Sorte / Kochbirne
  • schon seit 16. Jhd.
  • große, rundliche Frucht, dicke Schale, gelb bis braun-rötlich
  • im harten Zustand nicht sonderlich genießbar
  • weich gekocht süß mit Muskatnote
  • pflückreif ab Mitte Oktober
  • lagerfähig bis Frühjahr
Gute Luise Alte Sorte / Sommerbirne
  • 1728 (Frankreich)
  • mittelgroß, tropfenförmig
  • glatte, glänzende Schale, grün bis gelbgrün
  • weißes, zartes Fruchtfleisch
  • sehr saftig und süß
  • Ernte ab Anfang September
  • ca. 4 Wochen lagerfähig
Kuhfuß Mostbirne
  • erstmals um 1850 beschrieben
  • vor allem in Norddeutschland
  • dickbauchig, mittelgroß, gelbgrünlich bis rote Schale
  • süß-saftig
  • Ernte ab September
  • genussreif bis Mitte Oktober
Williams Christbirne Alte Sorte / Sommerbirne
  • seit 1770 (England)
  • mittelgroß, unregelmäßig geformt
  • zum Rohverzehr, aber auch als Kompott oder zum Brennen
  • saftig, ausgewogen im Geschmack
  • ab August pflückreif
  • nur sehr kurz lagerbar
Auf einem Schneidebrett liegen mehrere aufgeschnittene Birnen neben einem Gläschen Honig, daneben steht eine Schale Chiapudding mit Himbeeren

Foto: © Polina Kovaleva, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: Pexels.com

Birnen passen zu süßen, aber auch herzhaften Speisen.

Was lässt sich mit Birnen alles machen?

Dadurch, dass Birnen nicht besonders auffällig im Aroma sind, lassen sie sich wirklich vielfältig auf dem Speiseplan integrieren. Neben dem puren Genuss eignen sie sich auch für Süßes. Kuchen, Torten und andere Backwaren bekommen mit Birnen eine angenehme, natürliche Süße. Auch Desserts (z.B. der Klassiker Birne Helene) sind sehr beliebt. Zudem lässt sich das Obst wunderbar zu Marmelade, Gelee und Kompott verarbeiten.

Aber die Birne kann auch herzhaft! Sie passt wunderbar zu kräftigen Käsesorten (z.B. Blauschimmel oder Ziege), bringt Süße in intensive Saucen (z.B. mit Rot- bzw. Portwein) und harmoniert als Beilage genauso mit deftigen Fleischgerichten. Aber auch flüssig schmeckt die Frucht: Birnensaft, Birnenbrand und Birnendicksaft (als Zuckeralternative) sind nur einige Beispiele.

Wer die Birne in seine Rezepte integrieren will, für den haben wir hier noch einmal einige Kombinationsvorschläge, mit denen das süße Obst wunderbar geschmacklich harmoniert:

  • Obst: Erdbeere, Cranberry, Himbeere, Apfel
  • Gemüse: Sellerie, Rucola, Fenchel, Kürbis, Bohnen
  • Nüsse: Pekannuss, Pistazie, Erdnuss, Haselnuss, Mandel, Walnuss
  • Gewürze und Kräuter: Minze, Rosmarin, Sternanis, Zimt, Piment, Ingwer, Nelke, Vanille
  • Süßes: Karamell, Schokolade, Ahornsirup, Honig
  • Fleisch: Wild, Ente, Lamm, Geflügel, Fisch

Leckeres backen mit neuen und alten Birnensorten

Zum Abschluss wollen wir Ihnen noch zwei köstliche Rezepte vorstellen, die Sie mit Ihrer persönlichen Lieblingsbirnensorte realisieren können. Unsere Auswahl soll die Bandbreite dieser besonderen Frucht deutlich machen: einmal lieblich-süß, einmal herzhaft.

Birnen-Erdnuss-Crumble

Ein Crumble ist nichts Neues. Doch unsere Variante bringt eine ungewöhnlichere Geschmackskombination mit sich und hat den gewissen Biss. Probieren Sie es aus!

Zutaten

  • 100 g Erdnussbruch
  • 1 kg Birnen
  • 125 g Rohrohrzucker
  • 1 Pr. Zimt
  • 200 g Dinkelmehl
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 125 g Butter
  • 75 g Amarettinis oder Dinkelvollkornkekse

Zubereitung

  1. Heizen Sie den Backofen auf 180 °C (Ober/Unterhitze) vor.
  2. Fetten Sie eine große Auflaufform ein und verteilen etwa 70 g des Erdnussbruchs in ihr.
  3. Waschen Sie die Birnen und entkernen Sie sie. Wer mag, kann das Obst auch schälen.
  4. Schneiden Sie die Birnen dann in kleine Stücke.
  5. Vermischen Sie in einer kleinen Schüssel 1 EL des Rohrohrzuckers mit dem Zimt.
  6. Verteilen Sie die Birnen in der Form und bestreuen Sie sie mit der Zimt-Zucker-Mischung.
  7. Geben Sie Mehl, Zucker, Vanillezucker und Butter in eine Rührschüssel und verarbeiten die Zutaten zu einem Streuselteig.
  8. Zerkleinern Sie die Amarettinis oder die Dinkel-Vollkornkekse in einem Gefrierbeutel zu Bröseln und geben diese zu den Streuseln hinzu.
  9. Verteilen Sie die Streusel über den Birnen und streuen den restlichen Erdnussbruch darüber.
  10. Lassen Sie den Crumble für ca. 25 min backen.

Servieren Sie ihn am besten noch warm mit etwas Schokosauce und Vanilleeis dazu.

Birnen-Ziegenkäse-Tarte

Ob als kleine Vorspeise oder als Hauptgericht – unsere vegetarische Tarte ist ein absoluter Genuss! Sie lässt sich zudem auch je nach Geschmack abwandeln, etwa mit Räuchertofu (oder wer kein Vegetarier ist, mit Speck).

Zutaten

  • Mürbeteig
    • 180 g Dinkelmehl
    • 90 g Butter
    • 1 TL Meersalz
    • 45 ml Wasser
  • Belag
    • 2 kleine Birnen
    • 100 g Ziegenfrischkäse
    • 80 g Crème fraîche
    • 1 TL Honig
    • 30 g Walnüsse
    • etwas Salz und Pfeffer
    • etwas Butter
    • etwas Semmelbrösel

Zubereitung

  1. Geben Sie Mehl, Butter, Salz und Wasser in einer Rührschüssel und verarbeiten Sie sie zu einem glatten Teig. Stellen Sie diesen 30 min kalt.
  2. Heizen Sie den Ofen auf 180 °C (Ober/Unterhitze) vor.
  3. Zerkleinern Sie die Walnüsse grob, zum Beispiel mit einem Mixer oder einem Nudelholz.
  4. Vermischen Sie den Ziegenkäse mit der Crème fraîche, dem Honig und den Walnüssen.
  5. Fetten Sie 4 kleine Tarteförmchen ein und streuen Sie sie mit Semmelbrösel aus.
  6. Teilen Sie den Teig in 4 Stücke und rollen ihn möglichst rund aus. Kleiden Sie damit die Förmchen aus.
  7. Stechen Sie den Teig mit einer Gabel mehrmals ein und backen ihn ca. 10 min lang blind.
  8. Waschen Sie die Birnen, entkernen Sie sie und schneiden sie in dünne Scheiben.
  9. Streichen Sie die Tartes mit etwas Creme aus und legen die Birnen hinein.
  10. Salzen und pfeffern Sie die Früchte und verteilen anschließend die restliche Creme darauf.
  11. Backen Sie alles ca. für 20 min fertig.

Lassen Sie die fertigen Tartes etwas auskühlen und lösen Sie dann vorsichtig aus den Förmchen. Warm serviert schmecken Sie köstlich mit einem schönen Blattsalat (z.B. Rucola und Feldsalat) und einem frischen Dressing dazu.

Weiterführende Links
www.plantopedia.de/birnensorten/
www.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Birnensorten
www.kuechengoetter.de/…/birnen
www.plantura.garden/…/birnensorten-die-35-besten-altbewaehrten-neuen-sorten-uebersicht
www.ndr.de/…/Leckere-Birnen-Sorten-Einkauf-Zubereitung-und-Lagerung,birnen132.html
www.backen.de/…/apple-crumble
www.essen-und-trinken.de/…/80063-rtkl-rund-um-die-birne-warenkunde
www.chefkoch.de/…/Kleine-Birnen-Ziegenkaese-Tartes-mit-Walnuessen.html

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